Brief an einen Prinzen 

Vorwort: Der folgende Brief ist eigentlich für meinen Ex-Freund gedacht, von dem ich seit zwei Wochen getrennt bin. Ich konnte ihn noch nicht abschicken, da mein gesamtes Umfeld mir davon abrät…aus Angst, dass ich noch mehr verletzte werden könnte.

Seit zwei Wochen leide ich wie ein Hund… ich komme nicht von ihm los und werde fast schon zum Stalker. Das tut mir einfach nicht gut. Und ich musste etwas dagegen unternehmen.  Also beschloss ich alles was ich ihm noch sagen wollte nieder zu schreiben. ..ohne Absicht es auch wirklich abzuschicken. Jedoch verschaffte mir dies nicht annähernd die Erleichterung, die ich mir verhoffte. Ich denke, mehr leiden als jetzt ist fast unmöglich… und doch bin ich mir nicht sicher, ob es der richtige Weg ist, ihm meine Gedanken und Gefühle zukommen zu lassen. Ob mir das endlich die erhoffte Entlastung bringen wird.

Also…bin ich nun hier. Und erhoffe mir vielleicht einen Ratschlag von euch… ich teile diesen unfassbar intimen Brief nun hier…ein Brief in dem ich mich nackt mache und einfach schonungslos schreibe wie es mir geht – also genau richtig für diese Plattform…- in der Hoffnung so rauszufinden, ob es okay ist ihn abzuschicken…ob es das Risiko wert ist, danach vielleicht noch mehr enttäuscht und verletzt zu werden, als ich es ohnehin bereits bin. 

Bitte… helft mir klar zu sehen… und endlich eine Entscheidung zu treffen. Denn ich weiß einfach nicht, was das Richtige ist…für mich und mein Seelenheil…

Hey du,
vorab, entschuldige bitte, dass ich dir so etwas per WhatsApp schicke, jedoch habe ich deine E-Mail Adresse leider nicht… also muss es nun wohl so gehen.
Keine Ahnung ob du diese Zeilen überhaupt lesen wirst… denn irgendetwas in mir sagt, dass du diese Nachricht entweder direkt löschen oder eben einfach nicht lesen wirst. Aber eigentlich denke ich, dass du mir das schuldig bist. .. diese Worte zu lesen. So schwierig das auch sein mag. Aber glaube mir, sie zu schreiben war genauso schwierig.

Eigentlich wollte ich dir nur Bescheid geben, dass ich dich bald auf Facebook löschen werde und über kurz oder lang wahrscheinlich auch in WhatsApp. Jedenfalls sobald ich beides über mich bringe. Natürlich werde ich die Finger auch von deinem Spotify Account lassen! 
Jedenfalls finde ich, du hast verdient zu wissen, warum ich diese Entscheidung getroffen habe. 

Es tut mir einfach zu sehr weh zu wissen, dass du immer nur einen Klick weit entfernt bist…so blöd es sich für dich auch anhören mag. Ich habe das Gefühl jedes Mal aufs Neue innerlich zu zerreißen, wenn mir angezeigt wird, dass du on bist. ..oder ich irgendeinen Post von dir sehe. 
Ich habe das Gefühl so niemals abschließen zu können… mit uns…

Es ist schon schlimm genug den Inhalt des Adventskalenders hier zu haben. ..und ihn nun an Menschen zu verschenken für die die Sachen nicht gedacht waren… zu wissen dass du nie sehen wirst wie er aussah. .und was ich mir dabei gedacht habe. Ich hatte bereits ein Paket gepackt mit den Dingen, die wirklich nur für dich bestimmt waren. .. weil nur du verstehen würdest was sie bedeuten. Jedoch habe ich es nicht über mich gebracht es abzuschicken und mir vorzustellen, wie diese Dinge einfach in deinem Müll landen. So liegen sie also immer noch in einer Kiste in meinem Wohnzimmer, bis ich bereit dazu bin sie loszulassen.
Ich würde dir gerne noch so viel sagen… denn weißt du, ich bin unglaublich wütend… wütend und unfassbar traurig. Und ich denke bzw. ich weiß ich fühle das, was du zu wenig zu fühlen scheinst einfach zu viel.
Ich kann nicht einfach weiter machen wie vor dir…vor uns. Und glaube mir… das nervt mich selbst am allermeisten. Denn ich wollte unabhängig bleiben…und stark für mich alleine. Das war mir so wichtig. Aber du hast mich dazu gebracht dir zu vertrauen… du hast mit deinen zahlreichen Bekundungen bewirkt, dass ich nun, da ich wieder alleine bin, das schreckliche Gefühl habe, alles was vor mir liegt alleine nicht mehr schaffen zu können. Dich zu brauchen. Ich weiß ganz genau, dass das nicht stimmt. Dass ich alles alleine schaffen werde, denn das habe ich bisher auch immer. Und ich habe gute Freunde auf die ich zählen kann. Aber…du hast mich dazu gebracht dich zu lieben. Ich habe dir geglaubt… ich habe dir geglaubt als du sagtest, du wirst mich niemals verletzen. Ich habe dir wirklich vertraut… und ja…vielleicht meintest du es in diesen Momenten so wie du es sagtest. .. aber was habe ich nun davon.
Du hast ein Stück von mir genommen. Ein Stück von dem, was ich mir so hart erarbeitet habe. Ein Stück von dem ich glaube es nicht wieder zu bekommen. Ich liebe dich. Und gleichzeitig hasse ich dich so sehr. Und ja… du hast vollkommen recht…Liebe ist ein starkes Wort mit viel Gewicht… und glaube mir, ich habe mir nicht ausgesucht das zu fühlen…nach dieser doch relativ kurzen Zeit… und doch tu ich es… Dieses Gefühl, was ich nicht gewillt war zuzulassen, ist nun da… und ich ganz allein muss nun damit zurechtkommen… damit zurechtkommen, dass es nicht erwidert wird…damit zurechtkommen diesen Schmerz zu spüren, der mich von morgens nach dem Aufstehen bis abends zum Zubettgehen…. und ja sogar manchmal im Traum begleitet. 
Und ob dus glaubst oder nicht… das so schwarz auf weiß zu lesen…erscheint selbst mir eine übertriebene Reaktion meiner selbst… nur was soll ich tun… genau so ist es zur Zeit. Und mich dagegen zu wehren verzögert den Schmerz lediglich…es löst ihn nicht auf. 

Es gab diesen Moment, von dem du wusstest was er in mir auslösen würde. Du weißt welchen Moment ich meine. Du hast mir das Gefühl gegeben für mich da zu sein. Für mich und all die Seiten in mir, die dich so dringend brauchten. Die so ungläubig waren, dass jemand wirklich für mich…ja nur für MICH da sein will. Und nur mich möchte… mich gut findet, so wie ich bin… mich akzeptiert mit all den vielen kleinen Macken und Rissen… ich wollte das nicht glauben… weil ich Angst hatte, unglaubliche Angst, was dieses Gefühl anrichten könnte – was es nun angerichtet hat. Und dann war da dieser Abend, an dem du mir das Gefühl gabst mich zu lieben… wahrhaftig zu lieben in all meiner Gesamtheit… all meine kaputten Seiten… und auch all meine guten Seiten, die mich genauso zu dem Menschen machen, der ich bin. Ich hatte das Gefühl du siehst wirklich mich… die J., die in mitten von diesem Scherbenhaufen sitzt und noch unbeschadet ist. Nicht das bulimische, unsichere, ängstliche, traurige Mädchen. Ich hatte das Gefühl du siehst einfach mich. Und ja… dies war einer der wenigen Momente, in denen ich auch dich gesehen habe… einfach dich. Ich hatte das Gefühl dich und ja, auch deine Seele zu spüren. So wie ich zuvor noch nie jemanden spüren durfte.
Und dann war da plötzlich dieses Gefühl… ich konnte mich nicht dagegen wehren, obwohl ich es versucht habe… du weißt, wie sehr ich es versucht habe. Und ich dachte …nein ich hoffte mit aller Kraft du fühlst genauso.  Aber ich habe mich geirrt. .. Und nun erscheint es mir so töricht… diese Gefühl… ist einfach so töricht…
Ich bin so wütend… ich habe das Gefühl, ich war ein Projekt für dich. .. eine Art Wohlfahrtsprojekt. Das hattest du selbst gesagt. ..du hattest vor mich zu stärken und zu „reparieren“. Wenn du mit mir fertig wärst, würde ich mich selbst toll und hübsch finden… das war in etwa der Wortlaut wenn ich mich nicht täusche… Du wolltest der Prinz in goldener Rüstung für mich sein…der mich vor meinen inneren Dämonen rettet. Und als du merktest, dass dies nicht halb so einfach ist, wie du dachtest, hast du das Handtuch geworfen… du hast einfach resigniert… und uns nicht mal eine Chance gegeben.
War ich dir denn gar nichts wert? Jedenfalls nicht genug. Ich wollte uns noch eine Chance geben. Denn das, was wir hatten. ..war tiefer als alles was ich bisher hatte. .. aber vielleicht war das nur für mich so… vielleicht habe ich dem zu viel Bedeutung beigemessen… Vielleicht wollte ich dem auch zu viel Bedeutung beimessen. Denn ja, ich habe ab einem gewissen Punkt zugelassen, dass du der Prinz für mich sein darfst. Ich habe es genossen die „Ingwerprinzessin“ in dieser Geschichte zu sein… und einfach mal nicht selbst bzw. alleine für alles kämpfen zu müssen… jemanden- dich- zu haben, der sich um mich und den Kampf in mir kümmert, der sich dafür zu interessieren scheint und mir regelmäßig die passenden „Waffen“, die richtige Motivation und Bestärkung in die Hand gibt, um immer  weiter zu kämpfen…einfach weiter zu machen. Du hast einen Teil tief in mir angesprochen, der förmlich auf dich gewartet hat, der deine Zuneigung und all deine Worte und bedächtigen Berührungen aufgesogen hat wie ein Schwamm…der schon viel zu lange nach Wasser giert. Ein Teil, der immer zu kurz gekommen ist und sich danach sehnte geliebt und angenommen zu werden.
Doch nun… sind meine Ängste mit einer Wucht zurück, wie ich es nicht erwartet hatte. Die Fortschritte, die ich in den letzten Monaten machte, habe ich ganz alleine gemacht. Ohne dich oder sonst jemanden, denn ich ganz alleine muss diese Schritte auch gehen. Ich weiß das. Jedoch habe ich sehr viel Kraft aus unserer Beziehung geschöpft und aus dem Gedanken endlich akzeptiert zu werden, so wie ich bin. Das hat mich angetrieben. Doch nun…da ich so traurig und verletzt bin… ist meine Energie fast gänzlich gewichen…und die Ängste haben ihren Platz eingenommen. Aber das zeigt mir immerhin, dass das was wir hatten echt war-jedenfalls für mich. Es war echt. Denn wäre es nicht so, würde ich nicht so reagieren. Aber glaube mir, ich finde es gleichzeitig so schrecklich, so zu reagieren. Denn die Ängste werden nur aus meinem Kummer genährt. Und dass mich dieser Kummer derart beeinflusst…schockiert mich wahrscheinlich mehr als dich. Denn wie bereits gesagt… mein oberstes Ziel war es unabhängig zu bleiben und stark zu sein – aus mir selbst heraus und für mich selbst. Doch wie es scheint, ist mir das nicht ganz gelungen.

Du hast keine Ahnung, wie sehr du mir wehgetan hast. Wie sehr ich leide. Und wie schwer es mir fallen wird, wieder Vertrauen zu fassen. .. und dieses Gefühl…Liebe… erneut zuzulassen… denn dieses Gefühl tut genau jetzt einfach nur so unfassbar weh.
Ich weiß, dass Liebeskummer nicht ewig andauern wird. .. ich weiß das.  Aber es fühlt sich an, als ob ich nie wieder richtig atmen kann… nie wieder aufhören zu heulen…nie wieder Glade-Kerzen, Bebe Creme, Karottensaft, Ingwer, Marzipan und so viele andere Dinge sehen kann… ohne dabei an dich zu denken. Ich kann nicht mehr „unfassbar“ sagen. .. denn dabei muss ich daran denken wie du „unfasslich“ sagst. .. jedes Mal wenn ich „ok“  sage, höre ich es dich in diesem seltsamen, für dich typischen Tonfall sagen… wenn ich Milch sehe…muss ich an deine witzige Aussprache denken… ich kann „Musik sein“ nicht mehr hören ohne traurig zu werden. Ein Lied, das mich seit Monaten glücklich gemacht und mir ein Lächeln  auf die Lippen gezaubert hat…macht mich nun nur unendlich traurig. Denn an dem Abend, als wir es das erste Mal gemeinsam hörten, küssten wir uns auch das erste Mal, schliefen das erste Mal miteinander… 
Ich kann kaum noch in mein Wohnzimmer gehen, denn dort stehen drei Kisten, die sonst nirgends Platz fanden… eine mit den Dingen des Adventskalenders, die ich selbst behalten oder verschenken werde… wobei selbst behalten wohl einer Selbstgeißelung gleich kommen würde… 

Eine andere Kiste beinhaltet die Dinge, die ich dir eigentlich noch zuschicken wollte, da andere Menschen damit einfach nicht halb so viel anfangen könnten, wie du… und die dritte Kiste, ist die Kiste mit all den Dingen, die mich an dich erinnern… mit Dingen, die du mir geschenkt hast…wie z.B. diese blöde kitschige Rose…die ich extra 3 Wochen getrocknet habe… oder das Lebkuchen Herz von dem Abend beim Wasen-der mir so viel bedeutet hat. Außerdem sind darin all die zahlreichen  Notizen unserer Sprachnachrichten… Fast ein ganzer Block an Blättern mit Worten, die nur für dich bestimmt waren. Es kommt mir vor, als wäre dies schon vor Jahren gewesen….

Ich vermisse dich. Andauernd. Bei den kleinsten Begebenheiten im Alltag überkommt mich die Trauer und das Vermissen. Ich vermisse deinen Geruch, ich vermisse es, wie du mich auf die Stirn küsst und mich so fest in deine Arme nimmst, als würdest du mich nie mehr los lassen wollen. Ich vermisse deine widerspenstigen Haare und wie ich dein Gesicht berührte, wenn wir uns küssten. Ich spüre förmlich noch, wie sich dein Gesicht und dein kratziger Bart in meiner Hand anfühlten.

Ja, ich vermisse sogar dein Schnarchen und wie du nachts im Schlaf regelmäßig nach meiner Hand gegriffen oder mir einen Kuss gegeben hast. Ich vermisse es dein Lächeln zu sehen und wie sich deine Augen dabei zu kleinen schelmischen Schlitzen verzogen. Ich vermisse es, wie du mich mit diesem speziellen Blick angesehen hast und das Bauchkribbeln, dass ich dabei regelmäßig empfand. All diese Bilder habe ich noch so klar in meinem Kopf… all diese Bilder verfolgen mich, ob ich will oder nicht… und all diese Bilder…vermisse ich so sehr. Doch am meisten vermisse ich es, dich zu spüren… zu spüren, dass du da bist, deine Wärme…deinen Körper an meinem zu spüren, das Gefühl zu haben nicht allein zu sein, mit dir zu sein…

Es ist schrecklich unfair. Es ist so unfair. Denn das, dieses Gefühl…das habe ich nicht verdient.
Und es kommt mir selbst manchmal lächerlich vor, nach so kurzer Zeit so viel Trauer zu empfinden… allerdings war das, was wir hatten so unglaublich tief und intensiv. Es war unglaublich schön und ich denke wir haben uns gegenseitig das gegeben was wir brauchten, was wir suchten.
Aber nun .. ich fühle mich so klein. Ich fühle mich verlassen. Denn auch wenn du betont hast, dass es eine gemeinsame Entscheidung war…nein… das war es nicht… ich habe doch nur angesprochen wie ich mich fühlte. .. dass etwas nicht passt…dass ich es gerne klären würde… und darum…um das was wir hatten kämpfen will… Ich wollte unsere Beziehung nicht einfach beenden. Und hätte ich damals nicht angesprochen, dass ich denke etwas hat sich verändert zwischen uns… würde es diese Beziehung wohl noch immer geben… denn ich denke nicht, dass du etwas angesprochen hättest… daran arbeiten wolltest…
Auf diese Idee kamst du noch nicht mal. Es wurde schwierig… nach diesen ersten „Meinungsverschiedenheit“, nach diesem Abend als ich meine Bedenken geäußert hatte… hast du gemerkt, dass du meine Probleme unterschätzt hast… ich mit ein paar Eigenarten von dir nicht zurecht kam… mich nicht wie ein Kind von dir behandeln lassen möchte und wir einfach ein paar Reibungspunkte hatten…  und du hast gemerkt, dass ich versuchte dich zu durchschauen. Ich denke du hattest tief in dir Angst, dass ich an deiner Rüstung kratze, wenn du mich zu nah an dich heran lässt… und du nicht mehr der Held in dieser Geschichte sein kannst. Denn auch du hast deine Probleme. Jedoch bist du noch nicht bereit sie wirklich anzusehen…sie an dich ran zu lassen… und ich. .. die sich täglich mit ihrem Scheiß konfrontiert. …wird dir da gefährlich. ..denn ja. .. ich spreche Dinge an. ..ich will Probleme sehen, erkennen und bearbeiten. ..ich will sie klären. .. ich will nichts mehr wegdrücken. .. und ich möchte daran arbeiten und nicht einfach alles fallen lassen, wenn es schwierig wird.
Noch dazu wollte ich DICH sehen. Dein wirkliches Ich. Nicht den Prinzen, der sich nur darauf konzentriert mich zu retten… und- wie du es beschriebst- glücklich zu machen…. nicht den glänzenden S., der jeden um den Finger wickeln kann, wenn er es will…  und nicht den Mann, der aus Angst vor Konfrontation, aus Angst vor ich weiß nicht was… die Augen vor Problemen verschließt und mich plötzlich, ohne Vorwarnung aus dieser  heilen Wolke fallen lässt…und mich fast schon mit einer Art „Liebesentzug“ straft …sobald er merkte ich bin herausfordernder als gedacht…
Ich durfte dich nie sehen. Nein… das stimmt so nicht… in kurzen Momenten, ganz selten durfte ich einen kleinen Blick auf dich werfen und auf das,  was in dir vorgehen muss, wie es dir gehen muss und was dich zu dem Menschen werden ließ, der du nun bist. Zu selten…

Und das macht mich noch trauriger. Ich verstehe, wieso es für uns schwierig war zusammen zu sein… aber ich wollte darum kämpfen. .. ich wollte mich bemühen… denn du warst und bist es mir noch immer wert… und das wiederum tut noch mehr weh. Denn ich denke das beruht nur auf Einseitigkeit.
Ich wollte auf meinen Bauch hören…auf mein Herz… denn meine rationalen Bedenken änderten nichts an meinen Gefühlen für dich…aber diese Entscheidung wurde mir abgenommen. Und in diesem Moment war ich so verletzt, dass ich mich nicht äußern konnte …nicht meine Ansicht darlegen konnte… ich war wie ein verletztes Tier… ich musste erst meine Wunden lecken. .. ich war einfach nur perplex…gelähmt… und habe dir zugestimmt. Und das obwohl mein Herz sich so gewehrt hat und vor Protest fast aus meiner Brust gesprungen wäre. Nicht umsonst folgte ich überraschenderweise meinem Impuls und kehrte nochmal zurück zu dir… an jenem Abend.
Aber …du bist nicht mehr mein Prinz. .. du musst mich nicht mehr retten… und zu sagen, dass diese Trennung eine richtige und gemeinsame Entscheidung war… hilft nur dir. .. damit du aus dieser Geschichte ohne schlechtes Gewissen raus kommst. .. damit du dich noch ein letztes Mal wie eben jener Prinz fühlen kannst, der nur mein bestes will… aber weißt du was. .. das tust du nicht. .. du willst das Beste für dich, um dein Gesicht wahren zu können. Um dein Leben einfach weiter leben zu können… als sei nichts gewesen. Vielleicht tust du das nicht mal bewusst… aber du tust genau das…mehr nicht. Und das ist einfach nur heuchlerisch…
Und es macht mich traurig und wütend. .. genauso wie all dein impulsives Gerede. ..dass du nie wieder jemand anderen möchtest, als mich. .. dass ich mich geliebt fühlen soll. .. dass ich dir vertrauen soll und du mich nie verletzen wirst. .. dass du Weihnachten nur mit mir verbringen willst und du es dir mit mir an meinem Geburtstag, der extrem schwierig für mich ist, schön machen willst. ..dass du immer für mich da sein wirst und an meiner Seite bleibst.
Das alles. .. war einfach nur Gelaber. .. mehr nicht. Ja. .. in den Momenten in denen du es gesagt hast. ..diese kurzen Momente, in denen ich dir so erschien als könntest du mich reparieren und der Held sein. . In diesen Momenten meintest du vielleicht wirklich, was du sagtest. ..aber nun.. . sitze ich hier und schreibe diese Zeilen. ..und habe keine Ahnung, ob ich sie jemals abschicken werde… jeder rät mir davon ab, dir meine Meinung… meine Gefühle zu sagen. .. denn es könnte sein, dass du dich angegriffen fühlst. .. dich verteidigen willst und mich so noch mehr verletzt… dass ich Erwartungen habe, die nicht erfüllt werden… wobei ich selbst wohl am allerwenigsten weiß, was ich mir hiervon erwarte, außer ein wenig von meiner Last abgeben zu können. Und vielleicht eine Art Abschluss zu finden. Was mir dann doch irgendwie auch unrealistisch erscheint… Denn wie ich dir bereits an jenem Abend sagte… fühlt sich das alles so unfertig… unabgeschlossen und einfach nicht richtig an… jedenfalls für mich. 
Jedoch, ein Teil von mir wünscht sich natürlich eine Reaktion von dir… irgendwas… du hast ja keine Ahnung wie sehr… Allerdings denke ich dich so gut zu kennen, als dass ich weiß, dass du wahrscheinlich nicht groß darauf reagieren wirst. Wahrscheinlich auch aus Gründen des „höheren Zwecks“ und weil der Prinz in dir mich ehrenhafter Weise gehen lassen will… weil der Prinz in dir bereits mit der Prinzessin abgeschlossen hat und nicht zurückblicken möchte.    Was alles nicht minder wehtun wird.

Aber ich verstehe das, ich denke ich wäre durch die Fülle dieser Worte…meiner Worte… auch erschlagen und müsste das erst mal sacken lassen und für mich sortieren… ich verstehe das…

Ich werde wohl niemals erfahren ob du diese Zeilen gelesen. ..oder direkt gelöscht hast … ich sitze einfach hier und versuche endlich wieder atmen zu können. ..atmen ohne Schmerzen. ..ohne Tränen und ohne Gedanken an dich und was wir hatten… vielleicht noch haben hätten können… ich hoffe so sehr für mich selbst das zu schaffen. Denn ohne den Teil von mir, den du mir genommen hast. ..erscheint mir das wie ein unmögliches Unterfangen. Und obwohl ich so verletzt und wütend bin…liebe ich dich. Und das ist das Schlimmste und was mir seit einiger Zeit passiert ist.

Ich weiß, dass diese Beziehung auf wackligen Füßen stand. …und sie für uns beide extrem fordernd war. Ja, ich bin kein einfacher Mensch. Aber ich habe mich in diesen Monaten so oft überwunden, so viele Schritte nach vorne gewagt. Dennoch konnte ich deine Erwartungen von den Fortschritten die ich „zu machen habe“ nicht erfüllen. Und da sehe ich es wieder. ..den Anteil in dir, der mich reparieren wollte. Da das aber nicht so funktionierte, wie du es dir vielleicht vorgestellt hast … hast du von jetzt auf gleich einfach resigniert und mich alleine gelassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es schwierig ist das so zu lesen. .. dass du dich nun angegriffen fühlst und alles komplett anders siehst. Aber das hier ist MEINE Wahrheit. So doof das auch klingen mag. So empfinde ich. Und wenn du von oben, mit etwas Abstand darauf siehst,  hoffe ich sehr, dass du bei manchen Dingen …nicht mal meiner Meinung bist. .. aber bestimmte Dinge erkennst. Dinge, die nicht okay waren, Dinge, die es nun so unglaublich schmerzhaft für mich machen.
Und ja. ..wir beide sind daran beteiligt. ..an allem was gut UND schlecht lief… jedoch hast nur du entschieden nicht investieren zu wollen und den leichteren Weg zu gehen, den Weg der nicht von dir fordert diese dumme Rüstung. ..diesen Schutzwall fallen zu lassen. Und beim Schreiben dieses Satzes werde ich wieder wütend. Denn du bist ein Mensch, der oft mit zweierlei Maß misst. Sei es im Alltag oder auch bei tiefgreifenderen Themen. Du hast von mir mehr erwartet, als du selbst bereit warst zu geben. Dabei übersiehst du jedoch, dass ich mir meiner Probleme und meiner „Defizite“ immer sehr bewusst war bzw. bin und stetig hart daran arbeite. Du dagegen hast dich von deinen etwaigen Problemen komplett abgewendet und dich nur auf mich fokussiert…und auf das was noch immer schwierig ist. Und das ist nicht fair! Es ist einfach nicht fair. Und wenn du ehrlich mit dir selbst bist, dann weißt du das auch.
Ich möchte dir nichts unterstellen und meiner Fantasie zu viel Raum geben… aber ich wüsste wirklich gerne, wie es dir geht. Wie du damit umgehst. Ob du die paar Gefühle, die du für mich hattest schon verarbeitet und in der hintersten Ecke verstaut hast. Ich wüsste gerne, ob dein Leben ohne einen Gedanken an mich einfach so weiter geht. Ich wüsste gerne, ob du bereits wieder auf diversen Datingportalen angemeldet bist und vielleicht sogar schon eine neue Frau kennen gelernt hast, die nun „meinen Platz“ einnimmt… Ich wüsste einfach nur so gerne, ob du auch leidest…ob du vermisst und trauerst…oder ob es für dich nicht annähernd so tiefgehend und wichtig war, wie für mich. Ob du einfach mit der Tagesordnung weiter machen kannst und mich abgehakt hast…Ich wüsste wirklich gerne ob und wie das funktioniert!
Denn ich will nicht mehr an dich denken. Aber etwas in mir kann nicht los lassen. Etwas in mir sieht all das Gute,  dass ich verloren habe. Etwas in mir will dieses Loch stopfen. Etwas in mir vermisst dich so schrecklich. ..Tag für Tag. Und etwas in mir denkt so oft an diesen Abend zurück, an dem wir uns getrennt habe… und die Tränen, die selbst du vergossen hast…und wie gerührt ich darüber war…deine Umarmungen und den wiederkehrenden Satz, dass du mich doch eigentlich gar nicht gehen lassen willst. Und dann frage ich mich warum… warum muss ich nun diesen fast schon dramatisch anmutenden Brief schreiben, um zu hoffen endlich etwas Erleichterung zu verspüren… wo es doch auch ganz anders hätte laufen können.
Aber etwas in mir hasst dich auch so sehr. Hasst dich, für diesen Schmerz, den ich nun ertragen muss. Und ich denke, ich muss mich nun auf genau diesen Anteil in mir konzentrieren. Ansonsten zerreißt es mich… ansonsten habe ich das Gefühl, nie wieder richtig atmen zu können.

Aber das muss ich… ich muss wieder atmen können, um weiter zu machen. Um mein Leben in den Griff zu bekommen. Ich will wieder atmen können… auch ohne dich.
Und ja. .. ich werde irgendwann darüber hinweg kommen. .. und vielleicht werde ich sogar irgendwann wieder glücklich. .. das blöde an der Sache ist nur,  dass ich mir so gewünscht habe, mit DIR glücklich zu werden. Und das ist einfach scheiße und tut so weh. Und ich finde du kannst. ..nein du musst das sogar wissen… denn du bist maßgeblich verantwortlich für diesen Schmerz… und ich bin nicht bereit, diese Last weiterhin ganz alleine tragen zu müssen. Ich muss diesen Schwall an Worten und Gefühlen einfach loswerden…ansonsten drohe ich daran zu ersticken. Und dass das für und beide gerade nicht unbedingt leicht ist… gehört wohl dazu. 
Ich hoffe sehr, du kannst mich ein wenig verstehen… meine Gefühle nachvollziehen… Denn zwischen all dem Gefühlschaos in mir… Zwischen der Liebe, der Wut , der Trauer und dem Hass… möchte ich dir trotzdem nicht weh tun. Auch wenn ich die Schmerzen, die ich spüre, nur allzu gerne abgeben würde. Du bist immer noch einer der wertvollsten Menschen für mich, die ich in den letzten Jahren kennen lernen durfte. Du bist entgegen deinem Selbstbild kein schlechter Mensch. Du hast mein Leben zeitweise um so viel schöner und intensiver gemacht. Du bist ein guter und wahnsinnig toller Mensch… der ohne Frage auch noch einiges in sich hat, was es wert wäre näher angesehen und vielleicht auch bearbeitet zu werden. Denn die Seiten an dir, die du als schlecht bezeichnest…haben ihren Ursprung und ihren Grund. Jedoch möchte ich mir nicht anmaßen nun tiefer in diese Thematik zu gehen.
Nichts desto trotz bin ich so dankbar, dich getroffen zu haben. Und das macht alles noch um so viel schwieriger. Denn wie soll ich mich von einem Menschen lösen, der mir noch so unendlich viel bedeutet?! Wie soll ich mich von einem Menschen abwenden, den ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte?!

Aber ich denke, das ist nun leider mein Problem. Ein Problem, das ich wie all die anderen Probleme in meinem Leben auch ansehen muss…vor dem ich nicht die Augen verschließen darf … und ein Abgrund, vor dem ich mich nur selbst retten kann, ganz ohne einen Prinzen in schillernder Rüstung. Ganz ohne dich.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich dir nicht zu nahe treten wollte. Ich will dir nichts unterstellen oder einreden etc. Denn ich denke, diese Gedanken könnte in einigen Passagen bei dir entstanden sein. Wie gesagt, diese Zeilen, dieser Brief, soll in erster Linie meiner Entlastung dienen. Ich muss ein wenig Last abgeben, sonst erschlägt sie mich. Ich bin mir nicht mal sicher, ob du diesen Roman jemals zu lesen bekommst. Jedoch, ich schreibe schon seit Tagen daran… immer wieder lösche bzw. füge ich neue Passagen hinzu… da jeder Tag neue Gefühle und Gedanken zum Vorschein bringt. Gefühle und Gedanken, die ich dir gegenüber noch nicht äußern konnte… da ich Zeit brauchte, um sie überhaupt wahrnehmen… greifen und einordnen zu können. Aber zu wissen, dass ich nicht mehr die Möglichkeit haben werde dir das alles noch mitzuteilen war unerträglich… deshalb nun also diese Aktion hier… 
Und ich denke…nein ich weiß, dass ich Menschen gut spüren bzw. ich bestimmte Verhaltensweisen deuten kann. Du hast es mir nie einfach gemacht das zu tun. Jedoch bin ich mir sehr sicher, dass die metaphorische Rüstung und der Prinz, der du für mich sein wolltest…sehr gut zutrifft. Ob du da nun meiner Meinung bist sei mal dahingestellt… Aber darum geht es auch nicht. Ich wollte dir lediglich sagen, wie ich dich wahrgenommen habe. Was ich gesehen habe, bzw. jetzt im Nachhinein zu sehen vermag. Und wie gesagt…das ist mein Teil der Wahrheit…und es gibt sicherlich auch Teile der Wahrheit, die nur du sehen kannst. Denn es gibt ja wie wir wissen nicht die absolute Wahrheit.
Genauso wie es nicht die perfekte Beziehung oder den perfekten Menschen gibt.
Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wie das weiter gehen soll… mit uns… ob ich irgendwann wieder Kontakt möchte…oder mich ganz von dir lösen muss, um verarbeiten zu können. Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, ob du nach diesem Brief überhaupt noch Kontakt möchtest. 
Aber ich hoffe sehr wir beide finden unseren Weg… und vielleicht… ja vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja nochmal…irgendwann… Wer weiß… und vielleicht bin ich irgendwann auch soweit, um eine Freundschaft zuzulassen…ohne die ständige Hoffnung auf mehr bzw. die Erinnerung an das Vergangene…

Falls du Fragen haben solltest…bzw. dich dazu äußern möchtest…kannst du dich natürlich melden. Vielleicht ja noch nicht sofort, aber dann wenn du bereit dazu sein solltest…bin ich es auch. Denn auch wenn ich eigentlich denke, dass du nichts dazu sagen wirst… möchte ich dich doch wissen lassen, dass ich offen für Rückfragen/Äußerungen/“deine Wahrheit“ bin. 
Ich wünsche dir alles Gute… so banal es auch klingen mag. Aber ja, das tue ich… zwischen den hasserfüllten von Schmerz und Trauer geplagten Gedanken, die einfach noch zu präsent sind, wünsche mir sehr, dass es dir gut geht und du glücklich wirst. 
Denn genau das wünsche ich mir auch für mich! Und genau das habe ich auch verdient.

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1 Jahr voller Leben

Hallo ihr Lieben… auch wenn ich nicht genau weiß, wen ich gerade anspreche, bzw. ob überhaupt noch jemand von euch auf meine Seite gefunden hat.

Ein Jahr ist es nun her. Genauer gesagt, ein Jahr und zehn Tage. So lange hat es gedauert, bis ich wieder das Kribbeln in meinen Fingern spüren konnte. Bis ich endlich wieder Lust hatte zu schreiben, Worte und Sätze zu formulieren und sie genau hier und genau jetzt mit euch zu teilen.
Endlich!

Ich habe das Schreiben vermisst. So lange ich denken kann ist das Schreiben ein Teil von mir. Es hat mich über viele Jahre hinweg getröstet und gerettet. Und  nun… in einer meiner schwierigsten Zeiten, war die Lust und das Bedürfnis einfach weg. Es hatte keinen Platz mehr in meinem ach so vollem Leben, in meinem ach so vollem Kopf.

Mein Leben und auch mein Kopf sind noch immer bis oben hin gefüllt. Mit Gefühlen, Fragen, Gedanken und ab und zu, ganz selten, darf auch mal die Leere einkehren. Doch da ist nun auch etwas anderes, das ich schon viel zu lange nicht mehr sehen und greifen konnte. Da ist Licht. Licht in dieser alles verschlingenden Dunkelheit. Licht, für das es sich lohnt weiter zu gehen. Schritt für Schritt. Satz für Satz. Wort für Wort.

Ich möchte so gerne alles mit euch teilen, alles was mir im letzten Jahr widerfahren ist. Alles, was mich letztendlich zu diesem verregneten Donnerstag Nachmittag geführt hat.
Doch ich weiß nicht wie. Denn dieses Jahr war hart. Es war hart und gleichzeitig so unfassbar wichtig und lehrreich.
Ich befinde mich noch immer in Behandlung. Mittlerweile bin ich arbeitslos, weiterhin im Krankenstand und muss auf mein Geld achten. Ich habe noch keinen konkreten Plan wie es weiter gehen soll, noch kein konkretes Ziel, auf das ich hinarbeite. Und doch sehe ich den Horizont. Ich kann erahnen, was da draußen auf mich wartet. Ich sehe Silhouetten viele fremder Orte, ich sehe schemenhafte Gestalten, die darauf warten gefunden und kennen gelernt zu werden, ich höre das Rauschen des Meeres, ich sehe die Bewegungen der im Wind raschelnden Blätter und ich spüre mich.
ICH SPÜRE MICH.
Tief in mir weiß ich, es gibt so vieles für das es sich zu leben lohnt. Trotz meiner Krankheit, trotz meiner manchmal tiefen Hoffnungslosigkeit. Ich muss das auch schon vor einem Jahr gewusst haben. Ich wusste es, ich spürte es. Wäre es anders gewesen, wäre ich nun nicht mehr hier. Nicht mehr Teil des Ganzen. Ich hätte so vieles verpasst. So viele Menschen nie kennen gelernt, so viele unterschiedliche Sichtweisen nie wahrgenommen. Ich wäre nicht als der Mensch gegangen, der ich hätte sein können.

Ich bin noch hier. Ich bin am Leben. Ich will leben.
Und verdammt noch mal, genau das habe ich auch verdient.
Ein Jahr voller Leid, voller Tiefschläge, voller Verzweiflung, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit liegt hinter mir. Jedoch gibt es nicht nur diese eine Seite. Diese Jahr war genauso voller glücklicher Momente, voller Entscheidungen, neuer Freunde, voller Liebe und Unterstützung. Vieles wurde mir klar und bewusst und vieles muss ich noch immer realisieren. Ich habe mehr zu mir gefunden und komme ein klitzekleines Bisschen besser mit mir und meinen nicht ganz „normalen“ Seiten klar. Ich bin zeitweise stolz darauf anders, ein bisschen verrückt und bekloppt zu sein. Dieses Jahr und vor allem die neuen Freunde, Bekannten und Menschen, die mein Leben nur kurz gestreift haben, sie alle haben dazu beigetragen mein wahres Ich zum Vorschein kommen zu lassen. Meinem ICH wurde die Möglichkeit gegeben sich zu entfalten, ab und zu heraus zu schauen und zu leben.

Ja, es war ein Jahr voller Leben… und wisst ihr was, ich will noch viel mehr davon!
Mehr von diesem unfassbaren Leben.

Zwischenstand

So… eine Woche ist nun vergangen. Ich sitze gerade bei meiner Mama und meinem Stiefpapa auf dem Sofa und lasse wirken.
Ich lasse das Jetzt auf mich wirken. Die letzte Woche, die Nacht des letzten Samstags… meine Gefühlswelt.

Es ist ganz komisch. Manchmal hab ich das Gefühl so ein bisschen zu schweben…zwischen der Wirklichkeit und einem Traum…zugegeben…einem ziemlich miesen Traum.
Ich war so ca. bis Di/Mi. in einer Art Schockstarre. Ich wusste zwar, was passiert ist und dass ich nun auf einer psychosomatischen Station bin. Nur das WIE fehlte mir. Alles wirkte so surreal. Ich hatte das Gefühl, dass das gerade nicht passieren kann, dass ich in einem schlechten Film bin.
Aber nein… es ist die Wirklichkeit. Ich bin wieder in stationärer Behandlung. Und diesemal nicht freiwillig, nicht mit voller Motivation gesund zu werden, nicht mit vielen Lebenszielen im Gepäck, die ich noch erreichen will. Diesmal ist es anders.
Vor fünf Jahre habe ich die Hilfe explizit eingefordert. Ich WOLLTE, dass mir jemand hilft gesund zu werden.
Diese Gefühl habe ich gerade nicht. Es ging einfach alles zu schnell. Ich war noch nicht bereit dazu, um Hilfe zu bitten.. ich war noch nicht bereit dazu mir einzugestehen Hilfe zu brauchen, ich war aber leider auch nicht bereit noch weiter zu leben. Deshalb ist es gut und richtig, dass ich nun gezwungener Maßen Hilfe bekomme. Mein Kopf weiß das…mein Herz leider noch nicht. Mein Herz ist nur voller Scham…so viel Scham. Und Enttäuschung…Wut…mit selbst gegenüber… Ich habe mir damals geschworen nicht eine derjenigen zu sein, die rückfällig werden… und ich hab mir vorgenommen, nie wieder dort zu landen, wo ich jetzt bin.

Und doch bin ich es… Ich weiß gar nicht so recht was ich davon halten soll… langsam…ganz langsam fange ich an zu realisieren, zu begreifen, ein kleines bisschen zu akzeptieren. Aber eben nur ganz langsam. Noch vor zwei Tagen sagte ich meiner Mutter, dass ich nicht weiß WARUM ich gesund werden soll. Für WAS, für WEN. Es gibt nichts und niemanden… keinen Sinn, kein Ziel… ich versuche etwas zu finden in der Zukunft, irgendetwas. Aber ich sehe nichts, das ist nur sehr viel schwarz. Und das erschreckt mich selbst wohl am Meisten. Denn ich habe nicht wahrgenommen, dass meine Zukunftsvisionen immer mehr verblassen und plötzlich einfach nicht mehr vorhanden sind. Wie kann so etwas denn nur geschehen?

In meinem Kopf schwirrt es die ganze Zeit. Diese letzte Woche würde ich zu den wohl anstrengendsten und fordernden Momenten meines Lebens zählen. Ich muss mich wieder mit mir auseinander setzen und kann nicht mehr wegschieben.
Ich versuche sehr, mich auf die Therapien einzulassen und mitzumachen. Wie gesagt ganz ganz langsam spüre ich, dass es ein bisschen besser geht. Aber in mir ist noch immer viel Widerstand. So viel Scham, so viel Versagen. Ich hab versagt. Ich bin wieder am Boden gelandet…und fast sogar unter der Erde… Und ich versuche zu kämpfen. Dafür zu kämpfen, einen Sinn zu finden. Ich weiß, mir wurde hier auch schon gesagt, ich solle loslassen… ich habe nur Angst dann wegzudriften…

Die Arbeit ist eines meiner Hauptthemen.. natürlich kommt noch so allerhand dazu… aber die Arbeit… das was ich vor fünf Jahren unbedingt machen wollte…das hat wirklich zum Großteil dazu beigetragen, dass ich nun wieder an diesem Punkt stehe… natürlich…wäre ich insgesamt stabiler, gefestigter, selbstbewusster gewesen, wäre es nicht so weit gekommen. Es fielen auch schon einige Male die Worte „Burn-out“ diese Woche. Habe ich ernsthaft nach zwei Jahren Berufsleben einen Burn-out?! Kann das sein? Und wenn ja, bin ich dann überhaupt in der Lage einer Arbeit nachzugehen?!
Gut…. der Schichtdienst… die Unregelmäßigkeiten, das ständige Zur-Verfügung-stehen, das ständige Einspringen, der ständige Druck… das alles war einfach nicht gut für mich und meine labile Persönlichkeit. Ständig unter Strom, nie abschalten können, nicht mal krank sein dürfen. Das ist alles- wenn ich es mir so aufzähle- doch relativ viel… auch für nicht labile Persönlichkeiten.
Aber was soll ich jetzt tun….
DIese Woche wurde natürlich in meinem Team darüber geredet. Zwei Kolleginnen wissen bescheid warum und weshalb ich in der Klinik bin… die anderen zwei wissen nur DASS ich dort bin. Meine obere Chefin weiß es natürlich auch schon… und es wird nicht mehr lange dauern, bis es das gesamte Kollegium weiß… denn wenn eines klar ist, dann dass viele dort nicht ihren Mund halten können. Die Sekretärin hat tatsächlich einfach meine Krankmeldung auf der das Klinikum steht (wird bei uns im Kreis sofort mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht) rumgezeigt und gefragt ob jemand weiß was mit mir ist. Könnt ihr das glauben? Das ist dermaßen respektlos und meine Privatsphäre missachtend, dass ich erst gar nicht wusste, was ich sagen soll… Ich habe es von einem Kollegen erfahren, der mir schrieb und mir sagte, er weiß es von ihr…. Unfassbar… Aber gut…

Ich bin einfach nur müde und schlapp… die letzten Tage waren emotional dermaßen anstrengend… ich hatte viele Einbrüche und Heulkrämpfe… Aber ich kann noch heulen… das ist auch schon etwas… denn entweder heule ich oder bin gefühllos..neutral… so aussichtslos…. aber auch hier merke ich, es wird ein wenig besser…

Meine Mitpatienten helfen mir sehr…. wir reden sehr viel und das tut gut… denn in diesem drei-wochen-programm hab ich genau drei einzelgespräche mit dem Therapeuten…. super was?! Obwohl…. wenn man emotional in einer Krise steckt… dann darf man sogar zwei Gespräche haben…wuhu^^
Ich weiß noch immer nicht, wie es nach den drei Wochen bzw. jetzt noch zwei Wochen weiter gehen soll. Ich hoffe ich kann auf die Station von damals und eine Langzeit-Therapie beginnen… Mein Bauch und Herz schreien noch immer nein… mein Kopf weiß jedoch dass ich muss.

Ab Montag soll ich abends ein leichtes Antidepressivum bekommen… damit ich ruhiger werde und aus den Tiefs rauskomme… Was ich davon halten soll weiß ich noch nicht… und meine größte Angst hierbei ist dick zu werden… Denn ich habe gehört, das ist eine sehr häufige Nebenwirkung davon…. Andererseits… ist es wohl das kleinere übel zuzunehmen und besser gelaunt zu sein… als andersrum was?!

Nun ja… ich darf von heute Sa. bis morgen Abend 22.00 Uhr daheim sein. Ich kann gerade nicht alleine sein, deshalb schlafe ich bei meiner Mutter und ihrem Mann. Aber das ist ok.
Ich weiß, wenn ich alleine bin, werde ich wieder verzweifelt… und die Traurigkeit/Hoffnungslosigkeit übermannen mich… deshalb bin ich auch auf der Station die meiste Zeit im Aufenthaltsbereich unter den Leuten… ich muss nicht mal was reden….aber unter Leuten sein hilft mir gerade… denn alleine bin ich noch immer unberechenbar. Und das macht mir noch immer Angst.

Wir sollen eigentlich ein Therapietagebuch schreiben (vorgefertigt mit vorgeschriebenen Oberpunkten)… da mir persönlich das aber reichlich wenig bringt und ich dann nur quatsch eintrage, habe ich mich entschieden meinen Blog als mein Therapietagebuch zu benutzen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.
Ich denke, das bringt mir mehr. Und ich kann ein Stückchen Ballast und Druck abladen.

Wie dem auch sei. Ich bleibe in der Klinik, auch wenn sich vieles in mir wehrt…und ich mache was die Menschen dort mir sagen. Denn ein kleiner Funke Hoffnung ist noch in mir. Dieser kleine Funke, der am Samstag die Notbremse gezogen hat und zum Telefon gegriffen hat. Und nun gilt es diesen Funken wieder wachsen zu lassen …und vielleicht irgendwann zu einem kleinen Feuerchen werden zu lassen.
Ja… ich denke das sollte ich mir jetzt in diesem Moment zum Ziel nehmen… so lange bis das Feuerchen mir einen Weg erleuchtet, den es sich zu gehen lohnt. Mein Kopf weiß das…und er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass mein Herz dies auch endlich will und bereit dazu ist.

Herz…hörst du mich… mach endliche deine Türen auf…und reiß deine Mauern nieder. Irgendetwas in dir will noch leben!

Ich bin dann mal weg

So. .. also. .. diesmal hab ich die wohl beste Ausrede warum ich nicht bloggen konnte. .. ich bin seit Samstag Nacht in der örtlichen Klappse… ja das sagt man nicht. .. als Insasse jedoch ist mir dies erlaubt!

Ich weiß nicht wie ich an diesen Punkt kommen konnte. .. wie das alles passieren konnte. .. ich weiß nur dass ich eine ibu genommen hab da ich Kopfweh hatte. .. und danach eine Flasche Wein so innerhalb 15 min. Vernichtet hab….
Danach weiß ich nur noch von dem fressanfall. .. der Übelkeit. .. Verzweiflung. .. und mir Wie ich mit Messer in der Hand im Bad auf dem Boden sitze und bereit bin Das alles zu beenden. 
Ich spürte die klinge an meinem Arm. .. an den Beinen. .. und ich War bereit.
Doch iwas in mir. .. hat wohl doch noch ein kleines bisschen Lebenswillen. .. ich habe meine Mutter und meinen Stiefpapa angerufen dass sie kommen sollen. .. da ich wusste sie brauchen eine halbe Stunde. .. hab ich zusätzlich noch eine Arbeitskollegin/ Freundin angerufen…. ich konnte nicht alleine sein. . Denn ich wusste nicht was ich dann tun würde.

Ab dann weiß ich nur noch Bruchstücke. .. meine Freundin kam ich hab geheult. .. hab ihr erzählt was ich tun wollte. .. dass dir Bulimie zurück ist. .. dass es mir leid tut sie mitreingezogen zu haben. ..
Meine Mama und ihr Mann kam….  noch mehr heulen. .. Verzweiflung. . Noch mehr brutale Wahrheit. …. die Wahrheit dass ich keinen Sinn mehr darin sehe zu leben. ..

Dann plötzliche Übelkeit. .. halb bewusstlos hing ich über dem Klo. . Dann über einen Eimer. .. jemand streichelt nur den Rücken. .. meine Mama ruft währenddessen den Krankenwagen. ..

Alle sind in Schockstarre und ich kotze in einen Eimer. …
Der Krankenwagen kommt. .. ich habe 1,37 %  … meine Mutter packt in windeseile eine Tasche. .. und schon sitze ich im Krankenwagen und kotze dort in Einen Beutel.

Als nächstes erinnere ich mich an einen Flur. .. auf einer Station die sich n Psy 2 nennt. … aha. ..

Ich werde trotzt meines desolaten Zustandes von Einen Psychologen befragt. …iwann bekomme ich etwas gegen Übelkeit und darf schlafen. .. davor werden meine Taschen kontrolliert. .. mein Handyladekabel. .. Nagelfeile und Medikamente werden einbehalten.
Und dann nur tiefer aber unruhiger Schlaf.

Am nächsten Morgen werde ich aufgrund der scharfen Diagnose Depression nach oben verlegt…. Psm6 nennt sich diese Station. .. aha… da wäre ich also wieder. .. bei den Psychosomatikern. .. Kriseninterventionsstation. .. geplant sind drei Wochen in denen ich stabilisiert werden soll ….aha.. drei Wochen also. .. ich kann noch nicht so recht glauben dass das was bringen soll. …
Ist aber auch egal … des das einzige woran ich denken kann ist meine Arbeit … wie sag ich das denen. .. was werden sie sagen… kann ich noch dort arbeiten. .. wer kümmert sich die nächsten Wochen darum was ich eigentlich hätte tun sollen. … Fragen über Fragen. .. es ist so schwierig abzuschalten. .. Arbeit Arbeit Arbeit. .. das is es was sich in meinem Kopf dreht. . Die Arbeit ist zum großen Teil daran schuld das w ich nun wieder an diesem Punkt stehe…
Ich weiß nicht wir es weiter gehen soll. ..

Gestern wurden mir bedarfsmedikamente angeboten… wenn das Gedankenkreisen nicht aufhört. … ich hab es den Tag über ohne versucht … abends hab ich welche genommen… das Gute Tavor. .. Angstlösend soll es sein. .  Und die Gedanken stoppen. ..
Ja das hat es. .. es war Schön einfach nichts denken zu müssen.

Und nun. .. heute ist mein erster tag hier. ..ich hab extreme Angst vor allem. .. vor mir. .. vor der Zukunft. .. vor den Menschen hier. .. vor den Therapien. . Ich habe Angst.
Aber ich lebe.
Ich lebe.
Ich lebe.

Müde

Ich bin müde. Unendlich müde. Kennt jemand das? So eine unerklärliche aber alles übermannende Erschöpfung. Es gibt keinen augenscheinlichen Grund. Keine übermäßig körperliche Anstrengung. Kein exzessiver Sport.

Und trotzdem bin ich müde. Mr. Kopf hat keine Lust mehr zu denken. Also sagt mein Körper „Auszeit“! Geh mal schlafen.

Das blöde ist nur, dass er das den ganzen Tag sagt. Egal wie lange ich schlafe… ich könnte immer noch mehr.
Ich habe keine Kraft, um weg zu gehen… neue Leute kennen zu lernen… versuchen mein Leben zu leben… meine Wohnung zu genießen… denn ich bin einfach so müde.

Wer kennt ein Gegenmittel? 🙂

Aus der Versenkung

Hi!
Was Besseres fällt mir leider nicht ein… Ich bin eine treulose Tomate, deren Versprechungen nicht wirklich wahr geworden sind… regelmäßig ist dann doch was Anderes.
Für alle, die ab und zu meinen Blog gelesen haben, tut es mir wirklich leid. Aber irgendwie ging es die letzten Monate einfach nicht. Ich weiß gar nicht so recht woran genau es lag. Ich war fast täglich auf euren Blogs unterwegs und hab fleißig mitgelesen, mitgefiebert, mich mit gefreut … ich selbst jedoch hatte eine Art „Schreibblockade“. Jaaa…scheinbar können auch Nicht-Schriftsteller sowas bekommen^^ Ich wollte mehrmals etwas schreiben… und dann… ging es einfach nicht. Vielleicht weil mir einfach alles zu viel war/ist. Und es schwierig ist, das was man verdrängen will nochmal detailliert schwarz auf Weiß zu sehen.

Wie dem auch sei. Jetzt, in diesem Moment, hat es mich gerade überkommen. Meine Finger spielen diesmal erstaunlich gut mit und tippen das, was mein Hirn an sie weiterleitet auch brav ab. Gut so Fingerlein, nur weiter so!

In den letzten Monaten hat sich einiges getan. Allerhand ist passiert… Gutes und Schlechtes…und Neues…Verwirrendes… Herausforderndes… Überforderndes.

Und ich stecke noch mitten in all den Veränderungen. Ich bin nun endlich von Zuhause ausgezogen. Ziemlich spontan und durch einen ziemlichen Zufall habe ich eine Wohnung gefunden. Innerhalb von vier Wochen musste ich dann die Wohnung streichen, ausmessen, Möbel besorgen und aufbauen…und was man eben sonst noch so alles bei einem Umzug zu erledigen hat. Das alles hat mich ziemlich gestresst und unter Druck gesetzt. Ich war unter Dauerstrom. Ich bin nun mal ein kleiner (großer) Perfektionist. Und wenn nicht alles so wird, wie ich es mir vorstelle, bin ich unzufrieden. Auch das Wohnen in einer unfertigen/unvollständigen Wohnung nervt und stresst mich… Jaaa, ich weiß es ist normal, dass es einige Zeit dauert, bis man alles so eingerichtet hat, wie man es gerne hätte… Aber ich will das jetzt, sofort und auf der Stelle. Ich will mich hier wohl fühlen, dies hier soll meine Oase werden. Der Ort an dem ich Kraft tanken, zur Ruhe kommen kann.

Nun wohne ich also bereits über einen Monat hier (wovon ich zwei Wochen mit meinen Kids auf Freizeit war). Ich kann nicht sagen, dass ich mich nicht heimisch fühlen würde -seit ich gestern emanzipiert, wie ich bin ganz allein mein Internet eingerichtet habe fühle ich mich gleich doppelt so heimisch 😀 –
… jedoch fühle ich mich oft einsam.
Ich hab mir das alles dann doch anders vorgestellt. Befreiender, leichter, fröhlicher. In Wahrheit möchte ich oft nach meiner Mama rufen und in ihren Armen heulen.
Wie gesagt, die letzten Monate waren ereignisreich… und vieles hat mich ziemlich mitgenommen. Und das alles hängt mir noch nach.
Das Gute ist, ich habe schon nach so kurzer Zeit ein viel besseres Verhältnis zu meiner Mutter. Ich gehe sie oft besuchen und freue mich sogar regelrecht darauf… denn ich weiß, ich kann jederzeit gehen, wenn es mir zu viel wird.

Die Freizeit war sehr anstregend für mich. Zwei Wochen 24h am Tag ununterbrochen in einem anderen Land mit acht Kids. Das Schlimmste jedoch war, dass ich 14h durchfahren musste. Und dort natürlich auch gezwungen war jeden Tag unbekannte Strecken zu fahren. Nun ja, ziemlich lange Geschichte diese Freizeit. Und sie macht mich noch immer wütend und traurig und mir wird schlecht. Denn sie wirkt sich auch jetzt auf meine Arbeit und das Verhältnis zu meinen Kollegen aus. Aber ich denke zu meiner Arbeitslage schreibe ich noch einen extra Post. Das würde diesen hier mal wieder zu einem Roman werden lassen 🙂 Und das wollen wir doch nicht, nicht wahr 🙂

Jedenfalls, ich wollte einfach mal ein Lebenszeichen von mir geben. Falls denn noch irgendjemand ein Lebenszeichen erwartet.
Ich glaube ich werde meine eigenen Vorsätze nochmal überdenken müssen. Es bringt nichts mir vorzunehmen zwei mal wöchentlich zu schreiben… wenn es dann nicht aus dem Herzen kommt. Manchmal muss man, nein manchmal muss ICH… einfach nach mir selbst schauen. Und da ich gerade von allen Seiten Druck zu spüren bekomme… möchte ich mir nicht noch selbst zusätzlich mehr Druck machen, als ich es im Alltag eh schon tue. Ich hoffe das ist nachvollziehbar und verständlich. Ich möchte auf jeden Fall wieder mehr bloggen. Denn es tut mir gut, mir den Ballast von der Seele zu schreiben und auch ab und an mal Kritik oder auch Zuspruch von euch zu erhalten. Ich hoffe sehr ich habe nun endlich die Muse und auch Kraft ab und an mal zu bloggen. Denn wie gesagt… Es kostet ja nicht nur Kraft, daraus schöpfe ich auch viel neue Kraft…. und die habe ich tatsächlich dringend nötig!

So, ich weiß nicht ob es Sinn macht meine letzten Monate revue passieren zu lassen. Ich denke ich picke mir die prägnantesten Vorkommnisse heraus… denn ganz ehrlich… ich sollte diese wahrscheinlich selbst noch mal mit mehr Abstand betrachten…und nicht nur verdrängen.
Dies dann aber erst in den nächsten Tagen, wenn mich die Schreiblust wieder packt 😉

Ich wünsche euch allen eine Gute Nacht und einen schönen morgigen Tag!
Das Einhörnchen 😉

Unter die Haut

Kennt ihr diese kleinen unerwarteten Momente der absoluten Perfektion?! Momente, in denen alles scheint, als müsste es genau so sein, als passe alles zusammen, als gebe es nichts Schöneres auf dieser Welt?!

Einen solch perfekten Moment durfte ich heute miterleben.
Auf meinem Weg von der Arbeit nach Hause (zur Zeit laufe ich diesen Weg wieder regelmäßig) wehte mir einer dieser ersten wunderbaren warmen Frühlingswinde um die Nase. Es dämmerte bereits und passend zu dieser schönen Stimmung hörte ich von Tim Bendzko „Unter die Haut“.
Wow… es ist faszinierend, wie ein bisschen gute Musik und die Natur um uns herum, einen langen, harten Arbeitstag nur noch halb so lang und hart erscheinen lassen.

Ich bin mit einem fast schon glückseligen Grinsen nach Hause gelaufen.
Gegen Ende meines Weges muss ich über einen kleinen Feldweg einen Hügel hinunter laufen. An der Spitze des Hügels steht unter einem Baum eine kleine Bank, auf der man eine wunderbare Sicht über das kleine Tal und die Felder hat.
Ich hab es mir zur Gewohnheit gemacht, mich dort noch ein paar Minuten hinzusetzen und die Landschaft, die Tiere, das Geschehen um mich herum zu beobachten. Das hilft mir oftmals zur Ruhe zu kommen und meine Gedanken zu ordnen.

Heute setzte ich mich mit meinem grinsenden Gesicht auf diese Bank und war überwältigt. Ich blickte um mich herum und sah eine der vollendetsten und perfektesten Kulisse, die ich je so bewusst wahrgenommen hatte,
Der Himmel leuchtete am Horizont knapp über den Bergen orange, rot und rosa, der Sonnenuntergang ließ alles einfach nur friedlich wirken. Über mir war noch ein Stückchen blauer Himmel mit kleinen Wolken versetzt, die wie mit einem Pinsel zart in das blau gezeichnet waren.
In einiger Entfernung entdeckte ich einen Gleitschirmflieger, der im Licht des Sonnenuntergangs seine Runden drehte.
In diesem Moment wünschte ich mit so sehnlichst in seiner Haut zu stecken und die unglaubliche Freiheit zu spüren, die dieser Mensch wohl gerade dort oben am Himmel empfinden möge.
Um mich herum wehte ein fast schon zärtlicher, warmer Wind, der auch mir ein Stück Freiheit schenkte, der mir meinen Atem zurück gab und meine Wange liebevoll streichelte.
Ich saß nur da, auf dieser kleinen Holzbank…. und genoss diesen wunderschönen Anblick. Den Anblick der Welt um mich herum, den kleinen Wundern, die wohl tagtäglich um mich herum passieren, die ich aber viel zu selten fähig bin wahrzunehmen. Mich überkam ein Gefühl der Hoffnung.

Es ist schwer zu erklären, jedoch hatte ich in den letzten Tagen ziemlich Mühe, einen Sinn in meinem Leben zu finden. Einen Grund, wieso ich auf dieser Erde bin.
Und heute… ganz einfach so und völlig unerwartet durfte ich Zeuge dieses Augenblicks werden. Und ganz plötzlich kommt mir meine Existenz nicht mehr ganz so sinnlos vor, ganz plötzlich habe ich wieder Hoffnung. Ganz plötzlich habe ich wieder Lebensmut.
Denn wenn ich eines weiß, dann dass ich noch möglichst viele solcher Momente erleben, möglichst viele solcher Momente entdecken und bewusst wahrnehmen möchte!

Denn genau diese Momente sind es, die mir wirklich unter die Haut gehen! Ohne wenn und aber. Sie erreichen mich und meine Seele.
Und genau das ist es, was zählt!

Hoffnungsvoll euer Einhörnchen

PS: Entschuldigt meine fast schon poetisch angrenzende Ausdrucksweise 😀 Aber mir war irgendwie danach 😉

https://www.youtube.com/watch?v=LEid1xgBLHM

Die Phobie und ich

Am ersten April wurde meine Schwester 30. Nein kein Aprilscherz, is tatsächlich so 😉

Jedenfalls wollte sie am 02.April ihren Geburtstag mit ein paar Freunden in einem Club in Stuttgart (wo sie auch wohnt) feiern. After Work mäßig. Joaaa, bis dahin sieht das noch nach einem ziemlich guten Plan aus, an dem nichts auszusetzen ist.
Wäre da nicht meine über alles geliebte soziale Phobie, die es sich nicht nehmen lässt, vor solchen „Events“ wieder aus ihrem Versteck aufzutauchen und mit knallrotem Lippenstift und Partyhütchen in meinem Kopf Krawall zu machen.
Ja… ich sehe dich, danke, du darfst dann aber auch gerne wieder verschwinden. Wenn es nur so einfach wäre…

Die Einladung meiner Schwester kam schon etwas 1,5 Monate zuvor. Sie wollte bis 20.03. eine Rückmeldung. Ich meldete nichts zurück…ich verdrängte den Geburtstag so lange ich konnte. Bis meiner Schwester sich bei meiner Mutter beklagte, dass ich mich nicht mal melden kann und sie das unverschämt findet.

Nun denn, also musste ich mich dem „Problem“ wohl stellen und meiner Schwester eine verbindliche Antwort geben. Man muss dazu sagen, diese Entscheidung fiel mir sehr schwer, da ich ihr bisher jedes Jahr aufs neue abgesagt habe. Ich muss ihr wirklich zu Gute halten, dass sie mich trotzdem noch immer einlädt!
Im Nachhinein ärgerte ich mich ja auch immer…aber erstens war da meine soziale Phobie und zweitens wollte ich D. nicht so wirklich mitbringen, da er mir immer etwas peinlich vor anderen Leuten war (ohje…das war ja ne tolle Beziehung was…). Nur ohne D. wäre ich nie und nimmer alleine nach Stuttgart gefahren. Autofahr-Angst und so… Angst vor Autobahnen und Schnellstraßen…. Angst vor der unübersichtlichen Verkehrslage in Stuttgart, Angst mich zu verfahren, Angst in eine Straßenbahn zu fahren, Angst über Angst…
Ich konnte meine Schwester noch nie alleine besuchen, wegen meiner Ängste… also nicht dass ich sonderlich oft das Bedürfnis habe sie zu besuchen… nein wirklich nicht… aber falls doch… ging es einfach nicht. (Mal abgesehen von der Bahn…aber typisch Schwabe bin ich dazu wohl zu geizig, wenn ich schon ein eigenes Auto inkl. Führerschein besitze).

So, da seht ihr mein Problem, wäre die soziale Phobie nicht, könnte ich trotzdem nicht zu der Feier, da ich mich nicht traue dort hin zu fahren. Was für eine Misere.

ABER, ich hatte genug von mir und meinen dämlichen Ängsten. Hier rief ich mir meine neue Philosophie wieder ins Gedächtnis „Einfach mal ja sagen“. Und das tat ich dann schließlich auch. Ich sagte ja und würde aus Stolz auch nicht mehr absagen.
Da ich meine Autofahr-Angst ja schon größtenteils besiegt habe bzw. stetig daran arbeit sie zu besiegen, sollte die Fahrt nach Stuttgart auch kein Problem sein. Das eigentliche Problem war die Fahrt DURCH Stuttgart, denn davor hatte ich nach wie vor große Angst.

Tapfer wie ich bin, fragte ich also meinen Stiefpapa nach der genauen Wegbeschreibung und legte mein Vertrauen in mein Navi. Das lotste mich zwar komplett anders, als mein Stiefpapa es mir erklärte. jedoch zielsicher zu meiner Schwester. Als ich dort angekommen war, hatte ich am gesamten Dekoltee meine altbekannten Stressflecken, war dafür aber überglücklich und unfassbar stolz auf mich.
Ich bin tatsächlich GANZ ALLEIN mit dem Auto zu meiner Schwester gefahren… Wow… auch das hätte ich noch vor einem Jahr niemals zu denken gewagt. Werde ich vielleicht doch noch erwachsen in diesem Leben?! 🙂

Nun war da noch das Problem mit den vielen fremden Menschen… bzw. Menschen, die ich schon Jahre nicht mehr gesehen hatte und die höchstwahrscheinlich einiges von meiner Krankengeschichte über meine Schwester mitbekommen hatten (jedenfalls ihre zwei besten Freundinnen). Das allein war mir echt unangenehm.
Ich beschloss zu versuchen meine Bedenken zu verdrängen und stattdessen auf die laute Musik und die gütige Dunkelheit des Clubs zu vertrauen. Der Sekt würde dabei wohl auch nicht von Nachteil sein!
Davor machte ich mich mit meiner Schwester bei ihr und ihrem Freund fertig. Wir tauschten Schminktipps aus und berieten uns in Sachen Outfit. Ähm… okay… das hatte ich dann doch echt noch nie in dieser Form mit ihr. Und es war schön, ja wirklich. Ungewohnt aber schön.

Irgendwann machten wir uns auf zu dem Club. Wir hatten eine Lounge für uns und meine Schwester war sehr spendabel was den Wodka und den Sekt anging. Ich verstand mich mit fast allen sehr gut und knüpfte ein paar Kontakte in der Raucherecke. Ja Schande über mein Haupt… sobald ich etwas trinke habe ich mir leider angewöhnt mit den Rauchern die ein oder andere Zigarette zu teilen. So doof es auch klingt… Rauchen ist halt doch irgendwie gesellig.
Der Abend war schön und ich stieg rechtzeitig auf Wasser um, um nicht peinlich zu werden 😉
Ich merkte nur leider, dass ich im Gegensatz zu den Anfang bis Mitte 30-jährigen wohl doch noch zum jungen Eisen zähle… denn getanzt haben die wenigsten dort… bis auf mich und ein anderes Mädel, die jedoch auch erst 24 war. Woran liegt das nur? Ich glaube ich werde mich auch noch mit 50 peinlich zu jedem Rhythmus bewegen, der mir in die Ohren kommt. Wäre aber sonst auch Verschwendung der Musik oder?!

Meine soziale Phobie saß irgendwann heulend und schmollend in der Ecke, da ich sie größtenteils einfach ignorierte. Tja, Pech gehabt meine Liebe… du nimmst schon genug Platz in meinem Leben ein. Ab und an habe ich mir einen freien Abend verdient.
Ich muss zugeben, auch an diesem Abend kamen ab und zu Bedenken in mir auf und Selbstzweifel, ob ich denn auch interessant genug sei, etc. Irgendwann konnte ich diese aber zumindest in den Hintergrund drängen und meiner Freude am Feiern den gebührenden Platz einräumen. Und das ist doch auch schon was 🙂

Zu guter Letzt haben wir uns noch eine Pizza auf dem Wohnzimmerboden geteilt (naja… ich hab drei Stücke gegessen, meine Schwester zwei und ihr Freund nur eins…. hab ich schon erwähnt, dass die beiden kleine Ernährungsfreaks sind… schrecklich…) und sind dann ins Bett bzw. auf die Couch gefallen.

Am nächsten Morgen wurde ich durch den Duft von Kaffee und Brötchen (Mini mini mini Brötchen…von denen ein Mäuschen satt werden würde…nicht aber ein Frühstücksmensch wie ich) geweckt. Trotz Mäuseportionen, es war himmlisch. Naja, zumindest sehr lecker 🙂
Und man glaubt es kaum… auch den anschließenden Rückweg von Stuttgart habe ich zwar mit einigen Umwegen aber dennoch heile geschafft. Und das ohne Panikattacken und Schweißausbrüchen im Auto.

Und mal wieder war alles nur halb so schlimm.
Wieso muss Mr. Kopf eigentlich im Vorfeld immer aller dramatisieren? Anstatt mich einfach mal frei und unbeschwert in den Tag leben zu lassen. Das würde so vieles einfacher machen.

Eines Tages Mr. Kopf…. ja eines Tages wirst auch du kapieren wie unnötig die ganzen Sorgen sind.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf!

In diesem Sinne, einen hoffnungsvollen Wochenstart (mehr oder weniger 😉 ) und eine wunderschöne gute Nacht!

das stolze Einhörnchen 🙂

Schande über mich

Da hab ich mir gerade mit viel Tamtam einen neuen „Unterschriftsnamen“ hier zugelegt und dann bin ich einfach wochenlang verschwunden. Schande über mich.

Aber was soll ich sagen. Ich hatte mich wirklich des Öfteren mal ran gesetzt, um etwas zu schreiben… sogar Notizen hab ich mir regelmäßig gemacht, um auch ja nichts zu vergessen, was ich für wichtig genug empfand es hier zu teilen. Nun ja… das Ergebnis dessen konntet ihr hier bewundern –> Man nennt es wohl auch das große Nichts.

Irgendwie wollten die Worte nicht so richtig aufs digitale Papier wandern. Und nur so halbherzig etwas schreiben, wollte ich dann auch nicht. Denn ja, auch wenn man es vielleicht nicht denken würde, ich stecke dann doch viel Herzblut in meine uuunfassbaren Ergüsse…denn schließlich ist es dann doch ein Stück weit mein Leben, das ich hier teile.

In den letzten Wochen war ich wohl einfach mehr mit mir, meinem Leben und den Problemchen aber auch den paar kleinen positiven Ereignissen darin beschäftigt. Ich geb´s zu…zum wiederholten Male. Aber das ist nun mal das Leben, was. Die Prioritäten verschieben sich manchmal einfach.

Alsoooo, ich bin nun aber fest entschlossen eine gewisse Regelmäßigkeit hier rein zu bringen. Denn dieses unregelmäßige nervt mich ja selbst schon. Also – Tschagga 🙂 Ran an den Speck!

Nun, die letzten Wochen waren… joaaa nicht nur langweilig.
Ich dachte ich hätte mir einen Virus eingefangen. Also nicht ich, sondern mein Laptop 😉 Denn plötzlich stürzte er ab und wurde mit seltsamen Meldungen von sich gebend einfach nur blau. Mein Virenscanner war veraltet und ich so ziemlich am A… Jaaa… da wäre es mal wieder sehr geschickt gewesen, einen computerversierten Freund zu haben. Aber da ich D. ja nun leider…oder auch nicht leider… wie auch immer… nicht mehr kontaktieren konnte, war mein erster Gedanke „Gut Mädl, du bist eine erwachsene emanzipierte Frau, die sich auch ohne Mann an ihrer Seite zu helfen weiß. Also suchen wir uns einen PC-Fachmann und zahlen eben für den Virenkiller!“
Gott sei Dank kenne ich bei uns in der Stadt einen PC-Laden, den ich schon immer liebevoll PC-Heini nenne, da dieser früher als Treffpunkt für diverse Shoppingtouren herhalten musste.

Ich war gedanklich schon auf halben Weg zu dem vermeintlichen Laden meines Vertrauens, als mir B. einfiel. B. ist ein Typ (ich kann ihn gerade irgendwie nicht besser definieren, sorry), den ich über meine ehemals beste Freundin kennen gelernt habe. Er ist einer der Menschen, bei denen ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt habe. Das passiert wirklich wirklich selten, aber ab und an treffe ich Menschen, bei denen ich nicht das Gefühl habe mich verstellen zu müssen, sondern einfach ich sein kann. B. ist einer dieser seltenen Exemplare. Und ganz zufällig ist er auch noch IT-irgendwas. Jedenfalls kennt er sich mit PCs und deren Problemchen aus. Dumm nur, dass er gerade am Bodensee eine dreijährige Weiterbildung macht, also nicht immer greifbar ist, wenn man ihn mal brauchen sollte. Zu meinem Glück waren ja kürzlich erst Osterferien. In diesen ist er nach Hause gekommen, um seine family zu besuchen. Perfektes Timing 😉
Also hab ich ihn mal mit meiner charmanten Art gefragt und ein Treffen ausgemacht. So schlug ich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn wir wollten uns schon seit einer Ewigkeit mal wieder treffen – aus diversen Gründen klappte dies aber nie (Meistens war ich der Grund, denn meine soziale Phopie kommt auch bei Menschen, die ich mag ab und an mal raus und versaut mir den Tag).
Nun jaaa…. zu B. muss man noch sagen… zwischen uns war schon von Anfang an so eine komische Chemie. Schon als ich noch mit D. zusammen war, spürte ich den unbändigen Drang in mir, ihn zu küssen. Hab ich natürlich nicht – damals. Als ich dann so zu ihm gefahren bin, planten wir schon uns den Abend mit Kochen und Tequila gemütlich zu machen. Und da wir beide Single waren, war ich für alles offen. Ich hab mir selbst erst mal vorgemacht, nur einen Kuss zu wollen… eigentlich wollte ich dann doch mehr… (Dazu gibt es noch zu sagen, dass mir die ehemals beste Freundin verboten -ja VERBOTEN- hat mit ihm etwas anzufangen, da sie ihn damals entjungfert hat. Rein freundschaftlich, damit er es dann auch mal hinter sich hatte). Dieses Verbot – so dumm es auch war- hatte ich immer im Hinterkopf. Als jedoch genug Tequila geflossen und die Hemmungen gesunken waren, regte ich mich vor B. über dieses Verbot auf und beschloss meine eigenen Entscheidungen treffen zu können – jaa weil die betrunkenen Entscheidungen ja immer so klug sind…
Naja, es kam was kommen musste und wir landeten im Bett. Und uff…. was soll ich sagen… es war wirklich… strange. Also ich bin nicht die erfahrenste Frau was das Thema Sex angeht, mittlerweile hab ich aber ja nun doch schon ein paar Vergleichsmöglichkeiten. Und dieser…ja wie soll ich das nennen- Akt, war jetzt nicht so wirklich der Hammer. Am Anfang dachte ich noch, das wird schon aber nach 20 Minuten rein-raus ohne große Variationen verstand ich endlich die zahlreichen Artikel in den Frauenzeitschriften mit Titeln wie: „Liebe Männer, rein-raus-rein-raus macht noch keinen guten Liebhaber aus“. Wie recht ihr doch habt. Ich war mittlerweile wund und meine Kehle war ausgetrocknet, da ich den lieben B. ja netterweise in dem Glauben lassen wollte, dass es so schlecht nicht ist. Aber hey… es war schlecht. Ich denke er empfand es nur leider als gut…. was scheinbar an seiner fehlenden Erfahrung liegt…eine andere Erklärung hab ich für dieses Trauerspiel nicht. ABER Küssen kann er gut 🙂 Also gebe ich die Hoffnung für ihn nicht ganz auf.

Am nächsten Morgen war es entgegen meiner Erwartung nicht seltsam. Wir sind uns beide einig, dass wir nur Freunde sind und das halt so passiert ist. Wir wollen nichts Festes sondern bleiben „Kuschel-Buddies“. Denn er kuschelt genauso gerne wie ich… und jemanden zu haben, der einen ab und zu in den Arm nimmt, ist dann doch irgendwie ganz schön. Trotzdem hatte ich so ab und zu noch das Gefühl, es würde gleich nochmal mit mir ins Bett… ihr wisst schon…intensive Blicke…“zufällige“ Berührungen… aber ich denke daraus wird vorerst mal nichts.
Er machte sich dann also dran meinen PC zu heilen. Allein das Backup dauerte 8 Stunden… jaaa…ich hätte meinen Lappi dann wohl doch ab und zu mal ausmisten sollen.
Also mussten wir uns den Tag vertreiben. Ich wollte ja eigentlich gemütlich in der Sonne liegen und nichts tun. Er dagegen schleppte mich auf einen Weinberg und zwang mich -ja, er zwang mich, denn freiwillig würde ich sowas nie machen- zu dem gegenüberliegenden Berg zu latschen. Der war nur etwa… 7 km entfernt. Das wussten wir jedoch erst, als wir halb tod wieder am Auto waren.
Liebe Leut ich sags euch, ich bin ja wirklich ein friedliebender Mensch, aber bei dieser ungeplanten Wandertour kamen Seiten in mir zu Vorschein…da graut es mich selbst. Ich habe selten einen Menschen so verflucht wie B. an diesem Tag. Das Wort „Hass“ fiel inflationär.
Es herrschte brütende Hitze und ich hatte Winterstiefel und eine Winterjacke an… UND wir hatten NICHTS zu trinken. Ich dachte wirklich mehrmals ich müsste nun elendig verdursten. Und auf diesen blöden Bergen gibt es auch nicht mal eben nen Kiosk. Noch dazu brannte die Sonne dermaßen vom Himmel, was ja sehr schön gewesen wäre…hätten wir uns zuvor wenigstens ein wenig mit Sonnencreme eingeschmiert. Hatten wir natürlich nicht. Denn wer konnte ahnen, dass ich heute für einen Berglauf trainieren werde!  SUPER. Am Ende dieses Trips war ich röter als jede Tomate, glühte wie ein Vulkan und hatte mir einen deftigen Sonnenstich zugezogen.
Doof nur, dass ich abends noch die 40 km heim fahren musste. Der arme B. musste ganz schön viel einstecken von mir, kümmerte sich jedoch aufopferungsvoll um mein geschundenes Ich. Er streichelte mein Köpfchen und saß an meinem bzw. seinem Bett, um sicher zu gehen, dass es mich nicht völlig umhaut. Der liebe hatte ein ganz schön schlechtes Gewissen. Gut so! Macht man auch nicht… pfff

Das einzig Gute an der Sache war, mein PC hatte keinen Virus… sondern stirbt nur an Überlastung… kann man jetzt so oder so sehen. Ich entschied mich für Freude, dass niemand meine Bankdaten ausspioniert hat! Positive Energie und so…. Außerdem hab ich B. von einer ganz neuen Seite kennen gelernt, denn wir führten stundenlange wirklich schöne und tiefgründige Gespräche. Er sprach mich auf meine Vergangenheit an und erzählte, dass auch er bald eine Therapie beginnen wird, da er letztes Jahr mehr oder weniger einen Burn-out hatte, der sich über den Körper geäußert hat…und das verbindet uns, denn was Psychosomatik angeht, macht mir keiner was vor. Jedenfalls, war ich tatsächlich positiv überrascht, dass er auch über solch schwierige Themen so offen und ohne Vorurteile reden kann. Das hat das Wander-Desaster fast schon wieder wettgemacht 🙂

Joa, das zu B. und meinem PC… hey das reimt sich 😉 Und was sich reimt ist immer gut, das hat schon der Pumuckel gewusst.

So, und damit ich hier nicht wieder einen halben Roman schreibe, beende ich diesen Eintrag dann mal.
To be continued … 😉

Euer treuloses Einhörnchen 🙂

Without a trace

Ja gut, nicht ganz „Without a trace“. Aber „Without a gescheiter name“. 😉

Als ich diesen Blog angefangen habe, wusste ich null. wie man das so macht. Genauso wenig wie ich wusste, welchen Namen ich mir geben sollte.

Da ich ja irrsinnig tiefgründig bin 😛 dachte ich, wähle ich auch einen genauso tiefgründigen, wie aussagekräftigen Namen für meinen Blog und für mich. Damit jeder auch gleich weiß, auf was er oder sie hier trifft. Nämlich auf tiiiiefen Grund (ja da wären wir wieder bei der Tiefseeperle 😀 ) naja, oder auch mal auf nur seichtes Gewässer.

Wie dem auch sei. Bei meiner Namensgebung, war mir nicht so richtig bewusst, dass ich vielleicht etwas wählen hätte sollen, dass etwas eingängiger ist. Noch dazu wollte ich schon des Öfteren mal am Ende eines Posts „Unterschreiben“. Nur „Ich wünsche euch einen schönen Abend, eure myway30“ hört sich ziemlich ziemlich doof an.

Also hab ich mir nun folgendes überlegt. Ich möchte auch gerne mal „unterschreiben“. Deshalb wähle ich jetzt einfach einen „eingängigeren“ Namen für mich als Pseudonym aus.
Haltet mich jetzt bitte nicht für bescheuert. Aber ich steh auf Einhörner. Ja… ich bin mitte 20… und ja ich besitze auch (meist) die geistige Reife einer mitte 20jährigen. Und trotzdem stehe ich auf Einhörner. Ich habe keine Poster an den Wänden und Kuscheltiere in meinem Bett. Aber ich mag ihre Erscheinung und Aussagekraft.

Das Einhorn symbolisiert sehr viel für mich. Einer meiner liebsten Filme ist noch heute „Das letzte Einhorn“, bei dem ich regelmäßig Rotz und Wasser heulen könnte. Speziell dieser Film und dieses Einhorn haben mich meine gesamte Kindheit durch begleitet und vielleicht auch ein wenig geprägt.
Es zeigt mir, dass es wert ist zu kämpfen, weiter zu machen, nicht aufzugeben …selbst wenn man der letzte seiner Art zu sein scheint. Irgendwo gibt es noch andere wie mich, andere die mich verstehen, andere zu denen ich gehöre und die zu mir gehören. Es besteht immer Hoffnung, wenn man nur fest genug daran glaubt. Genau das finde ich ein sehr sehr schönes und eindrückliches Bild.

Zu dem Spruch, den ich mit tättowieren lassen möchte, möchte ich mir auch ein kleines Einhorn daneben stechen lassen.

Nun ja, also…. ich stehe eben auf Einhörner. Sie haben eine Bedeutung für mich.
Mein erster Gedanke war, mich „Lady Amalthea“ zu nennen. Also den Name, des letzten Einhorns in seiner menschlichen Gestalt. Irgendwie ja passend. Aber ich glaube das ist noch viel weniger eingängig, für Menschen, die den Film nicht kennen.
Also habe ich mich jetzt dazu entschieden, mich einfach auf den Namen „Einhörnchen“ zu taufen. 😀

Ja… nicht mega kreativ… und vielleicht auch ein bisschen kindisch. Aber wie gesagt, es bedeutet etwas für mich und jeder kann sich darunter etwas vorstellen.

Alsooo, ich hoffe ihr könnt damit… wenn nicht…dann nicht 🙂
Ich jedenfalls bin nun etwas zufriedener. Jetzt kann ich auch endlich mal „unterschreiben“ 😉

Einen schönen Abend noch allerseits.
Euer Einhörnchen 🙂 🙂 🙂

Ja… doch… fühlt sich ganz gut an! 🙂